Da neue Energiefahrzeuge, Rechenzentren und Energiespeichersysteme ein explosives Wachstum verzeichnen, bestimmt die thermische Leistung von Flüssigkeitskühlplatten direkt die Stabilität und Lebensdauer der Geräte. Eine gut gestaltete Strömungskanalstruktur verbessert die Temperaturuniformität von Batteriemodulen erheblich, während fortschrittliche Herstellungsverfahren ein optimales Strömungspfaddesign, Druckfestigkeit und Kosteneffizienz gewährleisten. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über gängige Fertigungstechnologien, Schlüsseltechniken und Qualitätskontrollpunkte für Flüssigkeitskühlplatten.
1. Materialauswahl & Vorbehandlung
1.1 Gängige Materialien
Aluminiumlegierungen: Die dominierende Wahl für Kühlplatten von EV-Batterien, die Wärmeleitfähigkeit, geringes Gewicht, Festigkeit, Verarbeitbarkeit und Kosten ausgleichen. 3003 Aluminiumlegierung wird aufgrund ihrer ausgereiften Technologie und hervorragenden umfassenden Leistung weit verbreitet eingesetzt.
Kupferlegierungen: Reines Kupfer (Wärmeleitfähigkeit: 401 W/m·K) ist ideal für Hochleistungsszenarien (z. B. 800-V-Hochspannungsplattformen) und erfordert eine Nickelbeschichtung oder Anodisierung zur Korrosionsvermeidung.
Verbundwerkstoffe: Hochfeste Aluminiumlegierungsverbundwerkstoffe (3-Schicht-Struktur: Kern + Lötmittel + Opferblech) werden für Anwendungen eingesetzt, die eine überlegene mechanische Festigkeit erfordern.

1.2 Vorbehandlungsprozess
Oberflächenentfettung: Ultraschallreinigung (28–80 kHz) entfernt Ölverunreinigungen, um eine zuverlässige Schweißung und Passivierung zu gewährleisten.
Passivierung: Chromathaltige oder chromfreie Passivierung (z. B. Titansalzlösung) bildet einen nanoskaligen Schutzfilm, der eine Salzsprühbeständigkeit von über 1.000 Stunden erreicht.
2. Strömungskanalformungstechnologien
2.1 Umformung durch Stanzen: Kernstück der Massenproduktion
Prozessmerkmale: Servopressen liefern Hochgeschwindigkeitsstanzen mit 60 Hüben/min und einer Toleranz für die Strömungskanaltiefe von ±0,05 mm. Ideal für mittlere/kleine Kühlplatten mit einer Materialausnutzung von über 70 %.
Fallstudie: BYD Seal CTB-Batterien verwenden die direkte Kühlung durch gestanzte Platten, was die Wärmeübertragungseffizienz durch großflächige Strömungskanäle um 40 % steigert.

2.2 Hydroforming: Experte für komplexe Strömungskanäle
Prozessschritte: Schneiden von Aluminiumrohlingen (±0,1 mm) → hydraulische Expansion (30–50 MPa, 2–10 Sekunden Haltezeit) → Wasserstrahlschneiden → Vakuumlötmontage.
Vorteile: Hohe Designflexibilität (mäanderförmige, verzweigte Strukturen) mit 20 % geringerem Druckverlust als gestanzte Platten.
Fallstudie: CATL Kirin-Batterie verwendet hydrogeformte Großplatten (1.200 × 800 × 50 mm), wodurch die Kühlfläche um das 4-fache vergrößert wird.
2.3 Strangpressen: Kostengünstige Standardlösung
Prozess: Strangpressen von Aluminiumprofilen mit vorgeformten Strömungskanälen (z. B. Akkordeonrohre), gefolgt von Schneiden und Kopfschweißen.
Einschränkungen: 30 % geringere Kosten als Stanzen, aber auf gerade Strömungskanäle beschränkt, geeignet für Kühlplatten von Energiespeicherbehältern.
2.4 3D-Druck: Durchbruch bei strukturellen Innovationen

Technologie: Direct Metal Laser Sintering (DMLS) erzeugt monolithische Kühlplatten ohne Schweißnähte, die einem Druck von über 6 bar standhalten.
Fallstudie: Die 3D-gedruckten Platten von CoolestDC in Singapur verwenden schräge Rippen zur Verbesserung der Kühleffizienz um 20 % und werden in NVIDIA H100 GPU-Kühlsystemen eingesetzt.
3. Bearbeitung von Strömungskanälen: Kernstück der thermischen Leistung
3.1 Gängige Methoden
Eingebettetes Rohrverfahren: Kupferrohre werden in gefräste Aluminiumnuten (Tiefen-/Durchmesserverhältnis ≤3:1) gepresst und durch Löten fixiert.
Vorteile: Kein Leckagerisiko (nahtlose Rohre), ausgereift und kostengünstig.
Nachteile: Eingeschränkte Flexibilität der Strömungskanäle; Risiko galvanischer Korrosion zwischen Kupfer und Aluminium.
Anwendungen: Flüssigkeitskühlung von Servern, Kühlkörper für industrielle Wechselrichter.
Funkenerosion (EDM): Drahterodieren (±0,01 mm Präzision) erzeugt Mikrokanäle in Hartlegierungsformen für Prototypen.
Chemische Ätzung: Fotolithografie + NaOH-Ätzung erzeugt Mikrokanalstrukturen für ultradünne Platten (≤0,5 mm).
3.2 Innovative Designs
Bionische Strömungskanäle: Haifischflossen-förmige Kanäle von Valeo verbessern die Kühlmittelverwirbelung und steigern den Wärmeübergangskoeffizienten um 15 %.
Verzweigte Strukturen: Tesla 4680 Batteriemodule verwenden seitlich verzweigte Platten mit 15°-Unterverzweigungen, um Temperaturunterschiede zu minimieren.
4. Schweißtechnologien: Herausforderungen bei Abdichtung & Festigkeit
4.1 Vakuumlöten: Bevorzugt für die Massenproduktion
Prinzip: Aluminium-Silizium-Lötmittel schmilzt in einem Vakuumofen und verbindet Strömungskanalplatten und -abdeckungen metallurgisch.
Vorteile: Unterstützt komplexe Mikrokanäle/Rippenstrukturen (30 %+ Effizienzsteigerung); leichte Aluminiumkonstruktion hält einem Druck von über 10 bar stand.
Fallstudie: CATL CTP-Batterieplatten verwenden Vakuumlöten mit einer Verformung von <0,1 mm.
4.2 Reibschweißen (FSW): Hochfeste Verbindung
Prinzip: Ein rotierender Dorn erzeugt Reibungswärme, um Materialien zu plastifizieren und Festkörperverbindungen herzustellen.
Vorteile: Schweißnahtfestigkeit erreicht über 90 % des Grundmaterials; umweltfreundlich (kein Zusatzdraht/Schutzgas).
Fallstudie: BYD Dolphin-Batterien verwenden FSW zum Verbinden von Platten und Gehäusen und bestehen Druckprüfungen mit 20 bar.
4.3 Hybridverfahren Stanzen + Löten
Merkmale: Kombiniert Stanz-Effizienz mit Löt-Abdichtung; 40 % geringere Kosten als FSW.
Anwendungen: Kühlplatten für Energiespeicherbehälter, Kühlkörper für Haushaltsgeräte.
4.4 Laserschweißen
Vorteile: Minimale Wärmeeinflusszone, über 90 % Schweißnahtfestigkeit, keine Verformung/Porosität; 5–10x schneller als herkömmliche Methoden.
Anwendungen: EV-Batterien, industrielle Kälteanlagen, Solaranlagen.
5. Oberflächenbehandlung & Qualitätssicherung
5.1 Oberflächenbehandlung
Anodisieren: Schwefelsäure-Anodisieren (12–18 V) erzeugt 5–20 µm Oxidfilme, 10x verbesserte Korrosionsbeständigkeit und erhöhte Isolierung (Durchschlagsspannung >500 V).
PTFE-Beschichtung: 50–100 µm Polytetrafluorethylen-Schichten reduzieren den Reibungskoeffizienten auf 0,1 und minimieren den Kühlmittelströmungswiderstand.
5.2 Vollprozessprüfung

Leckerkennung:
Helium-Massenspektrometrie (1 × 10⁻⁹ mbar·L/s): EV-Batterieplatten, Leckrate ≤0,1 sccm.
Hydrostatische Prüfung (1,5 × Betriebsdruck, 30 min Haltezeit): Energiespeicherplatten.
Interne Qualität:
Ultraschall C-SAM (50–200 MHz): Erkennt Lötfehler (Hohlräume >5 %) mit 50 µm Auflösung.
KMG (±0,002 mm): Überprüft Kanalabmessungen und Zellkontaktgenauigkeit.
Schlussfolgerung
Die Herstellung von Flüssigkeitskühlplatten integriert Materialwissenschaft, Präzisionsbearbeitung und fortschrittliche Schweißtechnologien. Von der Vorbereitung des 3003-Aluminiumsubstrats bis zur Helium-Leckprüfung wirkt jeder Prozess direkt auf die Kühlleistung und Zuverlässigkeit. Mit steigenden Anforderungen an das thermische Management werden Innovationen wie 3D-gedruckte bionische Kanäle und monolithische FSW-Strukturen die Effizienz weiter steigern und gleichzeitig die Kosten senken.